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aus der "Rheinischen Post" vom 27. Juli 2011
Kantiger Typ aus Duisburg
VON PETER KLUCKEN
Wesel (RP). Niklaus Schmid ist ein überregional bekannter Kriminal- und Reiseschriftsteller, der zwischen seiner Geburtsstadt Duisburg und der spanischen Insel Formentera pendelt, die wie ein Hundeknochen aussieht.
Niklaus Schmid lebt seit 1978 auf der kleinen Baleareninsel Formentera.
Mit achtzehn tourte er mit dem Zirkus Althoff durch Frankreich und Schweden; mit dreißig reiste er durch Indien, Afrika und Südamerika. Und seit 1978 pendelt Niklaus Schmid zwischen der kleinen Baleareninsel Formentera und Duisburg, der Stadt, in der er 1942 geboren wurde.
Wenn man den Lebenslauf des freien Schriftstellers Niklaus Schmid liest, dann fühlt man sich ein wenig an Elmar Mogge erinnert, jenen privaten Ermittler, den Schmid zum Helden seiner bislang erfolgreichsten Kriminalromane gemacht hat. Sie heißen "Der Hundeknochen", "Bienenfresser" sowie "Stelzvogel und Salzleiche". Elmar Mogge ist ein kantiger Typ mit Macken, der bei der Kripo "ausgestiegen" ist. Wie Schmid hat er eine Vergangenheit als Zirkusmitarbeiter, wobei man die biografischen Verbindungen nicht zu eng ziehen sollte. Ein so vorzüglicher Messerwerfer wie Mogge ist Schmid wohl nicht. Aber natürlich spielt die Lebenserfahrung des weit gereisten Autors mit den weit entfernten Wohnsitzen gewiss eine Rolle beim Konzipieren und beim Schreiben der Romane und Stories.
Eingeführt hat Niklaus Schmid seinen Elmar Mogge im Krimi "Der Hundeknochen". Der Privatdetektiv, der über jeden Cent Honorar froh ist, muss herausfinden, weshalb ein Bauarbeiter sterben musste und ein Ehemann flüchtete. Das Besondere des Krimis, den man als Leser kaum aus der Hand legen möchte, ist, dass er in Duisburg und auf Formentera spielt, wobei der Titel auf die Form der Baleareninsel anspielt, die wie ein Hundeknochen aussieht. Niklaus Schmid schildert die Duisburger Arbeitswelt und die Stadtansichten ebenso lebendig wie die Künstlerkolonie im Mittelmeer, wobei die Boheme auf Formentera mit wissender Ironie gezeichnet wird.
Beim "Bienenfresser" recherchiert Mogge auch auf Formenteras größerer Nachbarinsel Ibizia, wo eine Flugbegleiterin verschollen ist. Mogge muss sich da zwischen Neureichen, Aussteigern, Kriminellen und Halbkriminellen behaupten, die im Ruhrgebiet und in - vermeintlichen - Urlaubsparadiesen zu Hause sind.
In "Stelzvogel und Salzleiche" geht es um einen zwielichtigen Radioreporter, der Mogge zu Hilfe ruft, weil er von unerwünschten Liebesbeweisen bedrängt wird. Der zunächst eher harmlose Auftrag erweist sich zunehmend als brisant und gefährlich. Elmar Mogge bekommt die kriminelle Energie seines Gegenparts sogar am eigenen Unterleib zu spüren; eine ziemlich drastische Szene, die aber zum Handlungsablauf passt. Ganz nebenbei wird ein zehn Jahre zurückliegender Todesfall in Soest aufgeklärt, was mit der Titel gebenden Salzleiche zu tun hat.
Niklaus Schmid erzählt packend. Seine Milieuschilderungen sind vorzüglich, ebenso die Actionszenen. Neben den Romanen schreibt Schmid zahlreiche Storys, die in Krimisammelbänden erschienen sind. Für seine Kurzgeschichte "Müntefering singt" wurde er mit dem Kulturpreis Hochsauerlandkreis ausgezeichnet.
Neben seinen literarischen Büchern schrieb Schmid Reiseführer über alle Balearen-Inseln, darunter "Der etwas andere Reiseführer" über Formentera, den er auch als Hörbuch herausbrachte. Neben Informationen liest man hier schöne Inselgeschichten.
Zurzeit arbeitet Schmid auf Formentera "bei 35 Grad im Schatten" an einem Weihnachtskrimi.
Quelle: RP