Niklaus Schmid


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Formentera
Eine Insel auf dem Weg zur Legende


Auszüge aus "Formentera - Der etwas andere Reiseführer"


Wie war das noch mal mit dem Wikingerprinz Sigurd, den maurischen Piraten und Bob Dylans Schafwollpullover? Diesen Fragen gehe ich in meinem Buch "Formentera - Der etwas andere Reiseführer" nach. Mal berichte ich aus der Vergangenheit, beispielsweise von den Phöniziern, die auf der Insel die ersten Salzbecken bauten, oder von den Arabern, die ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem anlegten. Dann wieder springe ich zurück in die Gegenwart, erwähne neuzeitliche Legenden, schreibe über die Tier- und Pflanzenwelt oder erzähle Geschichten von Künstlern und Charakterkäuzen. Auszüge, wie gesagt, und zwar im monatlichen Wechsel.


Januar

Als Marlon Brando spanisch sprach ...


Als ich das nächste Mal nach Deutschland fuhr, kaufte ich dort einen Fernseher. Nur so als Überraschung. Es war ja eigentlich auch gar kein richtiger Fernseher, denn er war klein, nur für schwarzweiß, und er lief auf zwölf Volt Batteriestrom. "Für Nachrichten", sagte ich, "man muss doch wissen, was in der Welt vorgeht."

Irgendwann kam eine Rückschau auf Filme mit Marlon Brando. Die ersten waren alt und in Schwarzweiß gedreht und gehörten ganz sicher zum westlichen Kulturgut. Zumal Brando in der Rolle des mexikanischen Revolutionärs Zapata endlich spanisch sprach.

Die jüngeren Filme, das lasen wir im Programmheft, waren dann schon in Farbe gedreht. Das Schwarzweiß auf dem kleinen Bildschirm kam uns nun irgendwie verwaschen vor, unecht. Außerdem sind kleine nicht farbige Bildschirme, das las ich dann zufällig in einer Zeitschrift, nicht gut für die Augen.

… die neue Anlage ihren Geist aufgab ...


Da traf es sich gut, dass ich wieder nach Deutschland musste. "Vielleicht finde ich ja einen gebrauchten Farbfernseher", sagte ich sehr nebenbei bei der Abreise. Auf dem Rückweg brachte ich dann einen mit, originalverpackt. Das musste sein, weil sonst die Fluggesellschaft die Beförderung abgelehnt hätte.

Noch am Ankunftstag sahen wir einen wunderbaren Naturfilm, zwar in Farbe, aber nicht zu Ende. Denn plötzlich brach die Anlage zusammen. Farbfernseher verbrauchen viel mehr Strom als Schwarzweißgeräte. Eine zweite Solarplatte, eine zweite Batterie; die Leitungen musste ich auch verstärken.

… und Video für Insulaner nicht in Frage kam


Nachdem all das installiert war, konnte ich auch an eine elektrische Schreibmaschine denken. Ich überlegte eine Weile und kaufte dann eine mit Bildschirm und Diskettenlaufwerk, weil so eine Maschine ja die Arbeit ungeheuer erleichtert. Das sagte der Verkäufer, und er hatte recht.

Nur war es jetzt so, dass mich jede kleine Wolke nervös machte. Zwei Tage bedeckter Himmel, und ich saß da ohne Saft - und ohne Manuskript; denn alles, was ich bis dahin erarbeitet hatte, befand sich ja nun auf Diskette. Die gute alte Olympia entstauben? Da konnte ich ja gleich zurück zu Schiefertafel und Griffel! Stattdessen kaufte ich einen Generator, nur für den Notfall. Prima Lösung!

Der Generator macht 220 Volt, da kann man auch schon mal einen Fön anschließen oder einen Mixer. Natürlich könnte man auch ein Videogerät anschließen, aber Video, das wäre nun wirklich das Allerletzte - oder?

wird fortgesetzt ...

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Aktualisiert am 1. Januar 2012 | kontakt@niklaus-schmid.de

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